Kranzniederlegung auf dem Soldatenfriedhof in Nogawki

Meppen. 99 Jahre nach der Narew-Bobr-Schlacht im Ersten Weltkrieg hat die Reservistenkameradschaft Meppen fünf Friedhöfe bei der polnischen Partnerstadt Ostroleka in einen würdigen Zustand versetzt. Hier sind deutsche Soldaten, hauptsächlich der 2. Infanterie-Division, aber auch Angehörige der russischen Armee bestattet.

Beeindruckt war Oberfeldwebel der Reserve Jürgen Bradler von der Unterstützung, die die Meppener Reservisten von den polnischen Gemeinden, Anwohnern, dem Partnerschaftskomitee und der Stadt Ostroleka, ebenso von der Stadt Meppen mit ihrem Partnerschaftskomitee erhielten. In diesem Jahr gab es noch eine Besonderheit, die Bundeswehr stellte zwei Fahrzeuge und zwei Fahrer vom Versorgungs- und Instandsetzungszentrum Sanitätsmaterial in Quakenbrück, deren Arbeit viel zum Gelingen des ehrgeizigen Projekts beigetragen habe, berichtete Bradler.

2009 sind Reservisten bei einem Besuch in Ostroleka auf die vielen Gräberfelder aus dem Ersten Weltkrieg in der Umgebung aufmerksam gemacht worden. Diese waren zum größten Teil von der Natur überwuchert. Mit dem Friedhof Kamianka begannen die Meppener im Auftrag des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge und in Abstimmung mit dessen polnischer Schwesterorganisation 2010 mit der Arbeit. Es folgte 2012 die Herrichtung der Soldatengräber in Nogawki und Cisk.

Den diesjährigen Einsatz bereitete Bradler zusammen mit Hauptmann der Reserve Karl-Ludwig Bode vor. Gearbeiet wurde hauptsächlich an den Soldatenfriedhöfen in Dzbadzek und Czernie. Bei der Gestaltung orientierten sich die Soldaten an den Spuren, die von der ursprünglichen Ausstattung noch vorhanden waren. Dazu gehörte die Wiedererrichtung der Hochkreuze. Weiterhin gab es noch Restarbeiten auf den Friedhöfen in Nogawki und Cisk zu erledigen.

Die bereits instand gesetzten Friedhöfe werden von den Gemeinden und Anwohnern gepflegt. Denn weil Polen bis 1918 zwischen Deutschland und Russland geteilt waren, dienten polnische Wehrpflichtige in beiden Armeen. Von den polnischen Behörden aufgestellte Informationstafeln informieren über die Geschichte dieser Friedhöfe.

Zum Abschluss der Arbeiten gab es Gedenkfeiern mit Kranzniederlegungen. Der Vorsitzende des Meppener Partnerschaftskomitees, Heinz Jansen, der stellvertretende Bürgermeister Gerd Gels und der Kreistagsabgeordneten Heinz Cloppenburg nahmen daran teil. Für die Meppener Reservisten wird es wohl der letzte Kriegsgräberpflegeeinsatz dieser Art sein, sagt Bradler, denn es fehlt an jüngeren Mitgliedern.

Quelle: Meppener Tagespost