Grenadier Bernhard Hille Friedhof 1. Weltkrieg Chrusnice-Polen
Einer Anfrage aus Polen - Raum Ostroleka - folgten 7 Teilnehmer der Reservistenkameradschaft Meppen, um sich über mögliche Arbeiten auf zwei Soldatenfriedhöfen zu informieren.
Nach Anreise und Eintreffen in Kamianka wurden wir herzlichst durch unsere Dolmetscherin Ewa Galka und unseren Unterkunftsgebern Hanna und Jozef Galanek begrüßt. Bei der anschließenden Besprechung wurde uns der für die kommenden Tage geplante Ablauf bekanntgegeben. Am nächsten Morgen trafen wir uns mit der Ortsvorsteherin aus Cisk, der Gemeinde-Bürgermeisterin und dem Sekretär aus Goworowo auf dem Soldatenfriedhof Cisk und legten vor dem Ehrenmal für die Gefallenen ein Blumengebinde ab. Auf Einladung der Ortsvorsteherin Anna Kwiatkowska fand die Besprechung der Einzelheiten in ihrem Haus bei Kaffee und Kuchen statt. Um weitere Detailfragen der anfallenden Arbeiten zu klären, fuhren wir zum Soldatenfriedhof Ponikiew Duza. Ergebnis dieser Inaugenscheinnahme war, dass uns auf diesem Friedhof ein hartes Stück Arbeit erwartet, aber machbar ist. Hier sollen nach unbestätigten Aussagen ca. 150 deutsche Soldaten liegen. Die Terminfestsetzung und die Art der Herrichtung des Friedhofes - da dieser möglichst im Originalzustand belassen werden soll - ist noch abzusprechen. Nach Verabschiedung der Gemeindevertreter fuhren wir zu einem weiteren Gespräch nach Wasewo, wo wir vom dortigen Gemeindebürgermeister R.Kowalczyk in seinen Diensträumen begrüßt wurden. Nach Vorstellung der Mitreisenden und die von uns bereits geleistete Arbeit auf den Soldatenfriedhöfen durch Frau Galka, wurden wir vom Gemeindebürgermeister zu einem Mittagessen mit gleichzeitiger Aussprache über die Arbeiten auf dem Soldatenfriedhof Rososz eingeladen. Im Anschluss fuhren wir mit den Initiatoren dieser Reise - Dr. Tanski und dem Priester Figiel - zu dem Friedhof. Erstaunt waren unsere Teilnehmer über den sehr schön angelegten Friedhof, die Weite und Sauberkeit. Der Bitte nach Aufstellen eines Eichenkreuzes kamen wir deshalb sehr gerne nach. Auf diesem Friedhof liegen deutsche und russische Soldaten. Eine genaue Anzahl ist nicht mehr feststellbar, da nur einige beschriftete Feldsteine vorhanden sind. Ein kurzer Abstecher führte zu einem vor einiger Zeit wohl durch Anwohner des Ortes Chrusnice gefundenen Friedhofes mitten im Wald. Hier waren noch 7 Reihen Gräber mit 55 beschrifteten Feldsteinen erkennbar. Nach Zeugenaussagen sollen hier vermutlich 155 deutsche Soldaten ihre Ruhe gefunden haben. So ging für uns wieder ein ereignisreicher Tag zu Ende. Am nächsten Tag war die Besichtigung eines sehr alten Klosters in Wojnowo und eine Bootsfahrt auf einem der Seen der Masuren in Nikolaiken geplant. Abends wurde noch ein Blumengebinde auf dem Friedhof Kamianka niedergelegt. Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück und Verabschiedung unserer Gastgeber und unserer Ewa, fuhren wir zurück nach Meppen.
 
Ein besonderes Ereignis ist jedoch noch festzuhalten: Nach Auswertung der von mir gemachten Fotos - besonders auf dem Soldatenfriedhof in Chrusnice - entdeckte ich einen Namen der mir bekannt vorkam, ich ihn aber nicht zuordnen konnte. Einige Tage später traf ich bei einem Ehemaligentreffen meiner Dienststelle einen Kollegen gleichen Namens und erinnerte mich an die Inschrift auf dem Grabstein. Ich fragte ihn, ob sein Großvater vielleicht in Polen während des 1. Weltkrieges gefallen oder vermisst sei. Er verneinte dies, setzte sich aber gleichzeitig mit seinen in Borghorst bei Steinfurt lebenden Verwandten in Verbindung. Das Ergebnis überraschte nicht nur ihn, sondern auch mich. Der Cousin seines Großvaters war in Polen als Soldat eingesetzt. Hier handelt es sich um Grenadier Bernhard Hille, 11.Kompanie/Landsturm-Infanterie-Regiment 64, geboren am 22.11.1883 in Borghorst Kreis. Steinfurt, gefallen am 05.08.1915 bei Chrusnice/Polen. Er hatte noch 18 Geschwister.
 
Friedhof in Chrusnice
 
Fotos: J. Bradler
Bild unten: Friedhof in Chrusnice